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Heute vor 25 Jahren: Retro-Videospiele-News vom 23. Juni 2001 mit Beach Spikers und Midway

Sega rührte am 23. Juni 2001 kräftig die Werbetrommel für Sonic Adventure 2 in den USA, während weiterhin über Gebühren für Phantasy Star Online Ver. 2 diskutiert wurde. Gleichzeitig kündigte Midway den Ausstieg aus dem Arcade-Geschäft an, und mögliche neue Vertriebsabkommen rückten Xbox- und Gamecube-Spiele in den Fokus.

Beach Spikers
Beach Spikers (Arcade)

23.06.26 - In den USA startete Sega eine große Werbekampagne für Sonic Adventure 2 (Dreamcast), das von Sonic Team USA entwickelt wurde - nach Sonic Adventure wurde das japanische Sonic Team nämlich verkleinert und ein Teil der Entwickler wurde nach San Francisco versetzt, um Sonic Team USA zu gründen. An Sonic Adventure 2 wurde unter der Leitung von Takashi Iizuka (Director) und Yuji Naka (Producer) 1 1/2 Jahre lang gearbeitet.

Während der populären Wrestling-Sendung "Smackdown" liefen zahlreiche TV-Spots, die fast ausschließlich Spielszenen aus der Dreamcast-Version zeigten. Am Ende blendete Sega die Slogans "What Hedgehog are you?" und "Only on Dreamcast" ein.

Zugleich ging die Diskussion um Phantasy Star Online Vers. 2 weiter: Sega USA hatte auf der E3 bestätigt, dass das Online-Spielen kostenpflichtig wird. Über die genaue Höhe der Gebühren herrschte aber weiterhin Unklarheit, weil Sega Japan und Sega USA sich nicht auf ein gemeinsames Modell einigen konnten: Sega USA hatte Sega Japan zunächst eine Preisstruktur vorgestellt, bei der die Kosten niedriger waren als bei den japanischen Spielern. Das wurde von Sega Japan jedoch abgelehnt.

Sega Japan wollte daraufhin einfach dieselbe Struktur wie in Japan einführen: 30 Tage online spielen kosten 400 Yen (EUR 2,20), 90 Tage 1.000 Yen (EUR 5,40). Doch Sega USA lehnte diesen Vorschlag ab und schlug vor, für 6 Monate USD 10 (EUR 8,75) zu verlangen. Das wiederum lehnte Sega Japan ab. Dieses Hin-und-Her war schon immer ein Problem bei Sega: Man hatte - angefangen vom Mega Drive bis Dreamcast - stets das Gefühl, dass Sega Japan, USA und Europa ständig gegeneinander "kämpften" und sich gegenseitig Steine in den Weg legten.

Während Sega weiter über die Preise fürs Online-Spielen diskutierte, schloss Capcom in Japan die Arbeiten an einem TV-Spot für Devil May Cry (PS2) ab, der im August ausgestrahlt werden sollte. Die Printanzeigen waren ebenfalls fertig, und in den japanischen Magazinen wie Famitsu, Dengeki, Arcadia und Game Labo sollten sie etwas früher erscheinen. Der Japan-Start des Spiels blieb weiterhin auf den 23.08.01 terminiert.

Im Arcade-Bereich überraschte Midway mit einem klaren Strategiewechsel: Das Unternehmen erklärte in den USA, sich künftig aus dem Arcade-Geschäft zurückzuziehen. Stattdessen wollte Midway seine Arbeit auf Konsolen wie PlayStation 2, Xbox, Game Boy Advance und Gamecube konzentrieren.

Sega präsentierte derweil neue Screenshots zu Beach Spikers für das neue NAOMI 2-Arcade-Board. Das Volleyballspiel bietet acht Nationalteams, vier Strandabschnitte, drei Tageszeiten und mehrere Spielmodi. Eine Konsolenfassung war zunächst nicht vorgesehen, 2002 wurde das von Sega AM2 entwickelte Sportspiel als Beach Spikers: Virtua Beach Volleyball aber für Gamecube veröffentlicht.

Panzer Dragoon Orta
Panzer Dragoon Orta (Xbox)

Unter den sonstigen Meldungen fiel eine mögliche Vertriebsverlagerung auf: Laut dem englischen Branchenmagazin MCV (gab es in Deutschland auch vom Computec Verlag) verhandelte Sega mit Infogrames über den Vertrieb und die Vermarktung mehrerer Sega-Spiele für Xbox und Gamecube, darunter Panzer Dragoon, Jet Set Radio Future und Phantasy Star Online Vers. 2.

Infogrames selbst kündigte für den 28.06.01 eine Atari Anniversary Edition für Dreamcast und PlayStation an. Auf der Spielesammlung befanden sich Klassiker wie Asteroids, Asteroids Deluxe, Battblezone, Centipede, Crystal Castles, Gravitar, Millipede, Missile Command, Pong, Super Breakout, Tempest und Warlords.

Außerdem plante Enix für den 22.08.01 ein Dragon Quest-Konzert in Tokio. Abgerundet wurde der Tag durch eine E3-DVD vom Händler ARJAY Games, die mehr als 75 Spiele von PlayStation 2, Xbox, Dreamcast und Gamecube in bewegten Bildern zusammenfasste.

Derartige DVDs gab es in den Jahren zuvor schon als VHS Videokassette. Sie waren unter Videospiele-Fans extrem beliebt, zeigten sie doch fast alle Spiele der E3, die man so nur aus Print-Magazinen und ihren E3-Berichten kannte. Anbieter waren u.a. Dynatex, Arjay, Galaxy in München und Order In Time. Die Preise lagen umgerechnet zwischen 10 € und 20 €.

Da das Internet in den 90ern noch in den Kinderschuhen steckte und kaum verbreitet war, hatten viele Spieler nicht die Möglichkeit, die E3-Spiele dort als Video zu sehen. Später gab es zur E3 Bezahl-Content von Gamespot und auch private Videos von Fan-Websites, doch waren die Videos mickrig (meistens 320 x 200 Pixel, später auch 640 x 480) oder die Seiten waren ständig down wegen Überlastung.

Auf der Arjay-DVD konnte man sich in Ruhe in exzellenter "Direct Feed"-Qualität 75 Spiele anschauen, darunter Luigi's Mansion (GC), Silent Hill 2 (PS2) Dead or Alive 3 (Xbox), Final Fantasy X (PS2), Wave Race (GC), Shenmue 2 (DC), Jet Set Radio Future (Xbox), Jak & Daxter (PS2), Maximo (PS2), Metroid Prime (GC), uvm. Wer wissen will, wie das Ganze ausgesehen hat, findet entsprechende Videos (z.B. die E3 1998) heute noch auf YouTube.







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